Sabine Schuster Storytelling
Berufliche Ursprungsgeschichten für Selbstständige, Unternehmen und Organisationen. Ein Gespräch von einer Stunde. Danach schreibe ich.
das angebotdrei größen
Einen fertigen Text. Ausgeschrieben und verwendbar. Keine Stichwortliste, keine Strategie, die du selbst noch umsetzen musst.
900 €
1.200 €
1.800 €
Du bekommst den Text als Word-Datei und verwendest ihn, wo du willst. Preise sind Endpreise, ohne Umsatzsteuer. Längere Video-Skripte, Podcast-Erzählungen, Chroniken und Buchbegleitung schreibe ich ebenfalls, dafür nenne ich den Preis im Gespräch.
das erstewas fast alle sagen
„Ich bin da hineingewachsen.“
„Ich wollte schon immer Menschen helfen.“
„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“
Diese Sätze sind nicht falsch. Sie sind nur noch nicht die Geschichte.
das problemwarum es hängt
Ich schreibe Ursprungsgeschichten. Die erzählte Antwort auf die Frage, warum es dich gibt, und warum jemand ausgerechnet zu dir soll.
Eine Ursprungsgeschichte ist nicht dein Lebenslauf. Sie erzählt, was dich geprägt hat, warum du tust, was du tust, und weshalb man dir vertrauen kann.
Denn das ist das Problem: Du kannst etwas. Aber wenn deine Geschichte stumm bleibt, klingst du wie alle anderen, und verlierst die Aufträge an die, die besser erzählen, nicht an die, die besser sind.
Deine Wörter, meine Reihenfolge. Ich schreibe zusammenhängende Texte. Keine Slogans, keine Schnipsel fürs Profil.
die passungund die grenze
Ich arbeite mit Selbstständigen, Unternehmen und Organisationen. Für private Anlässe schreibe ich nicht.
Der Imker, dessen Grund niemand kennt. Die Ärztin, die mehr ist als ihr Lebenslauf. Der Betrieb in dritter Generation. Die Größe ist mir gleich, mich interessiert die Geschichte dahinter.
Wer eine Vorlage sucht, ist woanders schneller bedient.
Und ich arbeite nicht mit jeder Geschichte. Wenn ich keinen Zugang finde, sage ich es ehrlich, bevor wir anfangen.
der wegvier schritte
Ein kostenloses Orientierungsgespräch, fünfzehn Minuten. Du erzählst kurz, worum es geht, und ich sage dir, ob ich die Richtige dafür bin.
Dann ein Gespräch von rund einer Stunde per Zoom, in dem ich zuhöre. Ganz, ohne mitzuschreiben.
Deshalb gibt es ein Gespräch und keinen Fragebogen. Das Entscheidende kommt fast nie auf die erste Frage.
Dann bekommst du einen Text, den auch jemand behält, der dich noch nicht kennt.
Eine gemeinsame Runde, in der wir nachschärfen. Fertig.
Ich frage nach dem, was schon passiert ist, und lasse dir dann Zeit.
Ich lese vorher bewusst nichts über dich, auch nicht deine Website. Sonst höre ich meine Erwartung statt deiner Geschichte.
Du musst nichts vorbereiten und nichts mitbringen.
Was nicht in den Text soll, entscheidest du.
Kein System, in das ich dich presse. Ein Gespräch, ein Text.
beispielezum mitlesen
Unten stehen zwei Beispiele. Jedes zeigt zuerst den Satz, den fast alle über sich schreiben, und darunter dieselbe Person, erzählt.
Beide Fassungen sind wahr. Im Vorher fehlt nur das, woran man sich später erinnert: ein Alter, ein Ort, eine Uhrzeit.
Vorher
„Die Wegleitner Gebäudereinigung wurde 2011 von Renate Wegleitner gegründet. Nach vielen Jahren Erfahrung in der Branche erkannte sie den Bedarf an einem verlässlichen Partner für die laufende Reinigung von Büro- und Betriebsobjekten. Heute beschäftigt das Unternehmen 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Raum Amstetten.“
Nachher
Renate Wegleitner sagt, sie habe damals einen Bedarf gesehen.
Das stimmt. Es ist nur nicht der Grund.
Der Grund ist ein Gang im zweiten Stock eines Bürogebäudes in der Wiener Straße, an einem Dienstag im November 2003, kurz nach halb sieben am Abend. Sie ist siebenunddreißig und putzt seit vier Jahren Büros. Sie steht mit dem Wagen an der Wand, weil eine Gruppe aus dem Besprechungsraum kommt, sechs, sieben Leute, im Reden. Sie geht einen Schritt zurück, damit sie vorbeikönnen.
Und sie kommen vorbei. Alle. Ohne eine Sekunde Unterbrechung im Gespräch, ohne dass jemand den Kopf hebt.
Es ist nichts passiert. Niemand war unfreundlich. Genau das ist der Punkt: Um unfreundlich zu sein, hätte sie jemand bemerken müssen.
Renate Wegleitner hat das damals niemandem erzählt. Sie hat den Gang fertig gemacht, den Wagen in die Kammer gestellt und ist heimgefahren. Aber sie hat in den Jahren danach angefangen, auf etwas zu achten, worauf sonst niemand achtet: darauf, wer grüßt.
Es gab eine, von der sie es gelernt hat. Frau Berger, damals schon über sechzig, seit siebzehn Jahren im selben Objekt. Frau Berger hat nie über Respekt gesprochen. Sie ist nur, wenn sie einen Raum betrat, in dem noch jemand saß, kurz stehen geblieben und hat guten Abend gesagt. Zuerst. Immer zuerst. Und sie hat gewartet, bis geantwortet wurde.
Renate hat sie einmal gefragt, warum sie das mache, wo doch die Hälfte gar nicht reagiere.
Frau Berger hat gesagt: Dann weiß ich wenigstens, dass ich da war.
2011 hat Renate Wegleitner gekündigt und mit zwei Kolleginnen ihre eigene Firma angemeldet. Sie hatte einen alten Kombi, drei Objekte und keinen Businessplan. Was sie hatte, war eine einzige Regel, und die steht bis heute in der Einschulungsmappe, gleich auf der ersten Seite, noch vor allem Fachlichen:
Am ersten Tag in einem neuen Objekt stellst du dich mit deinem Namen vor. Bei allen, die da sind. Auch wenn es unangenehm ist. Auch wenn es niemand erwartet.
Es ist die unbeliebteste Regel im Betrieb. Neue finden sie übergriffig, manche Kundinnen und Kunden finden sie eigenartig. Renate Wegleitner hat sie in vierzehn Jahren nicht geändert.
Denn sie erledigt zwei Dinge auf einmal. Sie macht aus einer Reinigungskraft eine Person mit Namen, und aus einem Gebäude einen Ort, an dem jemand arbeitet, den man kennt. Und was man kennt, behandelt man anders. Das ist keine Haltungsfrage, das ist eine Personalfrage: Die Fluktuation bei Wegleitner liegt bei einem Drittel des Branchenschnitts.
Heute sind es vierunddreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einundsechzig Objekte zwischen Amstetten und Waidhofen. Renate Wegleitner putzt seit sechs Jahren nicht mehr selbst. Sie fährt aber weiterhin bei jedem neuen Objekt am ersten Abend mit hin.
Nicht, um zu kontrollieren.
Um mitzugehen, wenn sich jemand zum ersten Mal vorstellt.
Was den Unterschied machtIm Vorher steht ein Bedarf. Ein Bedarf erklärt eine Marktlücke, aber keinen Menschen.
Gesucht ist der Tag, an dem etwas gekippt ist. Der klingt beim Erzählen fast immer nach nichts, und er versteckt sich hinter dem Satz „Es ist ja nichts passiert“. Genau dort frage ich weiter.
Musterfall, geschrieben zur Veranschaulichung. Name, Betrieb und Zahlen sind erfunden.
Vorher
„Mein Vater war Imker, mein Großvater war Imker. Deshalb bin ich auch Imker geworden.“
Nachher
Ich könnte Ihnen eine Generationengeschichte erzählen, und sie wäre sogar wahr. Mein Vater war Imker, mein Großvater auch, und irgendwann war ich es ebenfalls.
Mit acht wollten alle in meiner Klasse ein Haustier. Einen Hund, eine Katze, ein Meerschweinchen. Ich habe nie nach einem gefragt. Ich hatte schon welche, ein paar hunderttausend.
Ich habe Stunden vor den Stöcken gesessen und zugeschaut, wie ein Volk ohne ein einziges Kommando funktioniert. Wer sammelt, wer heizt, wer putzt, wer die Königin füttert. Niemand sagt ihnen, was zu tun ist, und trotzdem stimmt am Ende alles.
Was mich aber wirklich geprägt hat, war mein Großvater. Draußen wurde geflucht, gehupt und gehetzt, und er ging zu seinen Völkern hinaus, als hätte er alle Zeit der Welt. Ich habe ihn nie hastig arbeiten sehen. Bienen lassen das nicht zu. Wer nervös ist, wird gestochen.
Heute weiß ich, dass beides zusammengehört. Ohne diese Ruhe kann man keine Bienen halten. Und ohne die Bienen wäre draußen bald nicht mehr viel, worüber man sich aufregen könnte.
Was den Unterschied machtIm Vorher steht eine Herkunft. Eine Herkunft erklärt, wie jemand hingekommen ist, nicht warum er geblieben ist.
Gesucht ist die Stelle, an der aus dem Erbe eine eigene Entscheidung wird. Hier ist es nicht der Vater, sondern das Kind, das stundenlang zusieht, und ein Großvater, der nie hastig war.
Auch dieser Fall ist zur Veranschaulichung geschrieben. Der erste Satz klingt allerdings bei fast allen so.
wer ich binder anfang davor
Als Kind habe ich Filme nicht nur geschaut. Ich habe sie auseinandergenommen. Wie ist eine Geschichte gebaut? Was will sie sagen? Warum geht diese Figur jetzt ab?
Beim Spielen war es dasselbe. Szenen erfinden, verteilen, nachspielen. Drehbuch und Regie in einem, ohne dass es dafür einen Namen gab.
Einundzwanzig Berufsjahre kamen danach. In ihnen habe ich gelernt, woran es liegt, wenn eine Geschichte trägt, und woran, wenn sie es nicht tut. Der Moment, in dem ein Saal still wird, ist kein Zufall. Er ist gebaut. Der Satz, bei dem jemand aufhört zu lesen, auch.
In all den Jahren habe ich geholfen, Geschichten in die Welt zu bringen. Die von anderen. Darunter auch viele Texte, die nach Vorgaben entstanden sind.
Heute schreibe ich selbst. Für Menschen und Unternehmen, die ihre Geschichte noch nicht erzählt bekommen.
der anfangein satz genügt
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